K30 4x4

1997 fand ein ehemaliger Ex-Army Pickup seinen Weg zu uns. Sein Glück war schlichtweg das der Vorgänger ein Dodge Pickup

nach einem Herzinfarkt sein Leben ausgehaucht hatte. Eine Reparatur war angesichts des einerseits verbastelten Zustandes durch unzählige Vorbesitzer und nach Eingestehung eines absoluten Fehlkaufes indiskutabel. Wir suchten nach Ersatz.

Natürlich sollte er auf jeden Fall sein militärgrün verlieren - individuelles Aussehen ist Trumpf und so existiert noch nicht einmal ein Bild ohne Anbauteile. Zuerst mußte der obligatorische Überrollbügel und Rammschutz her. Es sollte nichts aus Chrom oder Edelstahl ans Fahrzeug (was sich später nicht ganz vermeiden ließ, siehe Hörner und Zusatzscheinwerfer). Also mußte “Mann” ran und selbst konstruieren. Als Metallbaumeister und Maschinenschlosser sicherlich absolut kein Problem. Zu beachten ist bei den Zusatzscheinwerfer zur Straßenverkehrszulassung, dass nie mehr als vier Fernscheinwerfer angeschlossen sein dürfen!! Es reicht nicht, die Glühlampe in den serienmäßigen Hauptscheinwerfern zu entfernen. Es muß die Zuleitung durchtrennt werden, es reicht auch nicht diese Vorschrift mit Steckern oder zusätzlichen Schaltern zu umgehen. Zusätzliche Positionslampen sind erst ab einer Breite von 1900 mm zulässig. ACHTUNG keine GEWÄHR auf die Richtigkeit dieser Aussagen. Jeder ist selbst für seine Arbeit/Umbau am Fahrzeug verantwortlich und muß sich bei den zuständigen Behörden entsprechend informieren.

Der auf den Bildern zu sehende Überrollbügel und Rammschutz sind vom TÜV Lüdinghausen 1997 abgenommen und in die Fahrzeugpapiere eingetragen worden. Eine überaus kooperative TÜV-Dienststelle - wer dort Probleme hat, stellt meist ein Fahrzeug vor, was nicht den Strassenverkehrsvorschriften entspricht.
es fing ganz harmlos....

Farbe Y3D Tornadorot, Rammschutz und Überrollbügel schwarz pulverbeschichtet, die Befestigungsschäkel in weiß pulverbeschichtet, Chevy Zeichen aus Messing, eigene Herstellung, zwei Luftdruckhörner von Hanse. Vor dem Neulackieren gabe es neue Kotflügel, neue Türen und eine neue Haube. Die Army ging nicht gerade zimperlich mit dem Fahrzeug um. Dafür war es absolut unverbastelt, da es von der Army direkt in unsere Hände kam. Wer einmal die Elektrik eines amerikanischen Fahrzeuges bearbeitet hat, weiß sicherlich, was wir damit meinen! Zu guter Letzt haben wir bei all unseren Arbeiten immer mit Original Werkstatthandbüchern und technischer Literatur gearbeitet. So war auch die Generalüberholung des Automatikgetriebes mit dem Austausch aller Verschleißteile kein Problem mehr für uns.

Einige werden vielleicht schon darauf gewartet haben, hier die technischen Daten:
Motor: 6,2 Liter V8 Diesel, 115kw/156 PS
Getriebe: THM 400 mit Verteilergetriebe NG208
Verbrauch: ab 12 Liter aufwärts ...
Maße: Länge 5610 mm / Breit 2070 mm / Höhe mit Überrollbügel 2010 mm
Gesamtgewicht 3500 kg zulässige Anhängerlast 3500 kg
zuschaltbarer Allrad, manuelle Freilaufnaben, zusätzliche Geländereduzierung, Armeeausführung mit verstärktem Fahrwerk (ca. 100 mm höher) dafür ohne Klima, Tempomat und alles was faul macht, keine Sorge eine Heizung besitzt er, sogare eine sehr gute und CB Funk

Am 30.12.2005 haben wir unseren Nebenerwerbsbetrieb geschlossen und damit auch unseren Pickup vorerst abgemeldet.
Dieses vorerst liegt jetzt über 9 Jahre zurück.
Mehr als 9 Jahre in denen unser Schätzchen einen Dornröschenschlaf in unserer Halle schlief. Jetzt wird es Zeit für einen Erlösungkuß. Der Schlaf ging nicht ganz spurlos an ihm vorbei.

Unter einer dicken Staubschicht erkennt man aber immer noch das unverwüstliche Arbeitstier. Der Lack ist mittlerweile stumpf geworden, auch das Rot - wie zu erwarten war - verblichen. Das Tornadorot von VW hatte den Ruf im Laufe der Zeit zu verbleichen und ist diesem Ruf auch treu geblieben. Die Werbefolie eh nicht mehr up-to-date pellt sich auch schon und wird entfernt werden. Bevor es jedoch wieder auf die Strasse geht, wird der Motor komplett überholt. Nach einer 9jährigen Standzeit ist es nicht ratsam einfach zu starten.

2008 nach Umzug unserer Werkstatt in eine neue Halle, an seinem “Schlafplatz” eingelagert, ruht er sanft bis heute....


Da die Arbeiten nur am Samstag vormittag laufen können zieht sich die Reanimation doch deutlich länger hin, als wir es uns wünschen.

Motorausbau zwecks Überholung

Fertig zum Wiedereinbau - da wir leider die falschen Gummilager für den Motor erhielten, müssen wir noch warten bis wir in die richtigen umgetauscht haben. Kolben, Laufflächen, Kurbelwelle etc. alles ohne Schäden.
Dennoch gab es auch Ausfälle:
Kühler ersetzt
Innenkotflügel ersetzt
kompletter Motordichtsatz mit neuer Steuerkette und Kettenräder
und
die üblichen Verschleißteile wie Filter, Glühkerzen (24V), Reifen, Batterien (24V) Schläuche etc.

Pickup vorher ./. nachher

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