Information Kotwasser / Durchfall

Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Richtigkeit der gemachten Angaben.

Dieses Info über Kotwasser/Durchfall beinhaltet meine persönlich gesammelten Informationen und hat weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch ersetzt es den Tierarzt und eine Untersuchung vor einer Behandlung.

Ursachenforschung ist das A- und O bei darmkranken Pferden. Denn egal ob Kotwasser oder Durchfall, Blähungen sowie auch Verstopfung sind lediglich Symptome. Ein Tagebuch ist dabei sehr hilfreich. Eine Vorlage für ein solches Tagebuch kann gerne bei mir per Email angefordert werden

Beim Kotwasser ist der Pferdeapfel noch geformt und es spritzt beim Abkoten zusätzlich noch Wasser mit heraus, zum Teil wasserfallartig.

Beim Durchfall ist der gesamte Kot breiig bis wässrig.

Daneben gibt es die Mischformen.

In der Regel ist es ein Mix aus auslösenden Faktoren der die Zerstörung der natürlichen Darmflora zur Folge hatte. Um dem auf die Schliche zu kommen braucht es Menschenverstand und einen aufgeschlossenen Tierarzt der quergedachten Ideen folgen kann.

In der körperliche Untersuchung können tierärztlicherseits Schmerzen, Verspannungen etc erkannt werden die sich über das vegetative Nervensystem auch auf den Darm auswirken können. Auch der Ausschluß eines Magengeschwürs oder einer akuten Darmentzündung sollte stattfinden. Verschiedene Medikamente wie z.B. Antibiotika und Schmerzmittel schädigen die Darmflora.

Ein Blutbild ist eine Momentaufnahme. Vieles läßt sich nicht damit aussagen, wohl aber ob bereits eine Organschädigung von Leber/Niere/Muskel (Herz) Schädigung vorliegt. Welche Werte wichtig sind entscheidet der TA. Im Netz findet man immer wieder laßt xy Werte prüfen. Es verursacht unnütz Kosten wenn man einen Rundumschlag ins Blaue macht. Aber es fördert natürlich den Umsatz der Labore und sichert Arbeitsplätze.
 

Eine Kotprobe/Kotanalyse zeigt ob dort Parasitenüberlastung ist - Ein Parasitenfreies Pferd gibt es nicht. Nebenbei gibt allein  schon eine Geruchsprobe (sauer) an, das etwas nicht stimmt.

Auch eine Urinprobe/Analyse kann Aufschluß geben

Die Entwurmungspraxis mit dem Tierarzt absprechen. Er kennt die Resistenzproblematik und wird allein deshalb immer wieder die Präparate wechseln. Wir entwurmen mittlerweile Frühjahr, Sommer wegen Hautwürmern und im Herbst.

Stress ist durchaus als Auslöser bekannt. Hier besonders Rangordnung in der Herde, Futterneid, Training usw.


Eine regelmäßige Zahnkontrolle sollte heute eigentlich selbstverständlich sein und nicht erst dann stattfinden wenn sich bereits sogenannten Heuröllchen finden


Die Kontrolle der Futterqualität mit ggf. Heuanalyse zeigt an ob hier Ursachen liegen können. Selbst minimale Verpilzung/Mykotoxine (es gibt kein keimfreies Heu) kann schon bei chronischem “Reizdarm” zu Kotwasser oder Durchfall führen. Vergorene oder hefehaltige Futtermittel sind bei darmkranken Pferden zu meiden. Kohlehydratreiche Futterkomponenten führen zu einer Übersäuerung des Stoffwechsels und zu Fehlgärungen im Darm.
 

Beim Kraft- und Ergänzungensfutter (auch Mineralien, Leckerli etc also alles was das Pferd aufnimmt genau auf Inhaltsstoffe achten und im Ausschlußverfahren (nur ein Futtermittel reichen und Reaktionen notieren). Zuckerhaltige wie auch Melasse, hefehaltige, bestimme Obstsorten etc können auslösen oder verschlimmern. Keine großen Kraftfuttergaben dann lieber häufiger.

Die Futterfrequenzen anpassen - 24 Std Heuzugang sollte schon aus artgerechten Gründen möglich sein.


Magen-/Darm erkrankte Pferde haben einen höheren Anspruch an Vitamine und Mineralien, dennoch Vorsicht, nicht unkontrolliert erhöhen. Absprache mit TA! Oft reicht schon ein Blick auf das Pferd Über-/Untergewicht, Fell stumpf/glanzlos, Haarausfall, Haarbruch ohne mechanischen Auslöser
 

Allergien sind ganz schwer zu fassen lassen sich aber mit dem Ausschlussverahren zumindestens bei den Futtermitteln einfach austesten.

Verschiedene Futterstrukturen austesten - manche reagieren auf zu niedrigen/hohen Rohfasergehalt.

Ein Blick auf die Hufe ist auch manchmal aufschlußreich. Schlechtes Horn ist nicht nur anlagebedingt sondern auch erworben. Das gleiche gilt für das Fell


Den Mineral-/Vitaminhaushalt mit dem TA prüfen. Zuviel ist genauso schädlich wie zu wenig
 

Ein Salzleckstein im Übermaß aus Langweile genutzt führt durch die hohe Salzzuführung und damit verbunden Wasseraufnahme auch zu Durchfall. Gehen die Pferde aus Langweile dran dann unbedingt kein 24 Std Zugang. Ein Mineralleckstein wird in der Regel nicht so extensiv aus Langeweile genutzt.

Der Säure/Basenhaushalt ist beim darmkranken Pferd in der Regel ebenfalls in Dysbalance. In Absprache mit dem TA kann man basenhaltige Futtermittel einsetzen.


Jeder Futterwechsel stellt eine zusätzliche Belastung dar. Vorsichtig Anweiden und Abweiden! Können die Pferde mal für ein paar Tage nicht in die Wiese dann wieder langsam anweiden.
 

Manche Pferd “schnüffeln” Erde und Sand aus dem Paddock, z.T. aus Langeweile. Kotballen in Wasser auflösen. Der Sand sammelt sich am Boden nach einiger Zeit. Der Kot schwimmt auf.

 

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Futtermitteln auf dem Markt die sich der Darmproblematik annimmt. Vieles bekämpft aber nur das Symptom. Wenn ich diese Futtermittel weglasse und das Kotwasser wieder zuschlägt ist die Ursache nicht behoben.

Ein geschädigter Darm braucht lange zur Regeneration! Nicht aufgeben und die Hoffnung verlieren. Auch Menschen lernen mit ihrem Reizdarm zu leben. Bei unseren Pferden müssen wir ganz besonders auf die Ernährung achten. Sie können sich ihr Futter nicht selbst wählen.

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