Historischer Kern

Wie das aussehen könnte, kann nur anhand historischer Unterlagen versucht werden nachzuvollziehen:

Milchwagen

ungefähr so sah ein Drehkranz im originalen Aufbau aus

 

unser vorhandenes “Material” ist ein klein wenig anders aufgebaut und folgt aber dennoch der Grundvariante

an die offenen Enden setzten die Scherenholme an

für den “selbstgebauten” Trainingswagen wurde da einfach ein Vierkantrohr vorgebrutzelt ...

Nach dem Überschlag wurde die Reparatur äußerst stümperhaft durchgeführt. Es wurde nichts gerichtet, sondern einfach zusammengebrutzelt, was einseitig nicht paßte wurde abgeflext. Nun fehlen am rechten “Londenbogen” rund 5 cm Länge die einfach abgeflext wurden ... mal schauen, was uns da für eine Lösung einfällt....

So da isser wieder - der alte Drehkranz und die Federpakete teilweise schon mit Rostschutz-Grundierung gestrichen und hier zusammengesetzt, ob noch nachgerichtet werden muß, oder ob es schon wieder einbaufertig “paßt”

Einpassen der oberen Hälfte in die Kutsche

Einst waren sie einfach dranbrutzelt, wir haben sie wieder angeschraubt, so wie es sein soll - natürlich wurden die Holme entsprechend angepaßt. Das Ausrichten war dabei schon eine Herausforderung, aber letztendlich, nachdem verzogene Teile gerichtet waren nur noch eine Frage des Einmessens.

Zeit für eine “Fat-Lady” - sie steht wieder auf allen Rädern und dennoch muß sie nochmal alle Teile des Vorderachse hergeben zum lackieren .... bis hierher haben wir rund 60 Stunden Arbeit investiert

Es fehlen noch die “Londen”-Adapter bzw. in unserem Fall das “Scherenadapter” - zu sehen auf dem Bild deutlich die offenen Aufnahmen für die Londen im annähernd Originalzustand, da wie oben beschrieben, an der rechten Seite ein Stück abgeflext wurde damit es zusammengedrückt an den Vierkantstahl paßte.

04.09.2012

Viel Arbeit steckt drin in unserem Scherenadapter, aber es hat sich gelohnt - hergestellt aus Rundrohr Außendurchmesser 42,4 mm Materialstärke 2,9 mm, 270° Schweißbögen, Vierkantrohr 20x40 mm zur Aufnahme in den Drehkranz, eingeschweißten 12 mm Augenschrauben für den Scherenbolzen der ebenfalls extra selbst hergestellt wurde aus 12mm Vollmaterial mit einer aufgeschweißten Augenschraube zur einfacheren Handhabung und Splintsicherung am anderen Ende

im Bild liegt das Scherenadapter lose auf den Drehkranzholmen - es wird natürlich mit drei durchgehenden Schrauben mit Muttern gesichert - und das Scherenunterteil ebenfalls nur lose gegen den Anhänger gestellt.

 

Schweissnähte erst mit der Maschine und dann mit der Hand nacharbeiten, eine unliebsame Tätigkeit ...

aber wenn es vernünftig aussehen soll und nicht nur halten ....

bedarf die ein oder andere Schweißnaht nun mal noch etwas Nachbearbeitung

auf diese Weise kann ein historisches Fahrgestellt erhalten bleiben und für unsere derzeitigen Belange angepaßt werden. Bald können wir den restlichen Vorstrich vornehmen und mit dem Lackieren beginnen.

 

13.09.2012

hier nun deutlich erkennbar am Holz was unter den Aufbauten verborgen war - dies war einst ein “Milchwagen” ...

Gelb markiert der original vordere Rahmen

Türkis markiert der original hintere Rahmen

Magenta markiert der verpfuschte Zusammenbau mittels verschweißtem Vierkantrohr 20x30 und dem mehr oder weniger schwach angepunktete verschweißtem Aufstieg

 

14.09.2012

nachdem nun das Fahrgestell wieder getrennt war, wurden erst sämtliche Furunkel an der Hinterachse flextechnisch entfernt

 

Das seitenverkehrt montierte Federpaket wurde gedreht

Magenta markiert ist der Ersatz für das im original vorhandene Stück was vom Vorbesitzer beim Umbau entfernt wurde. Es wurde von uns doppelseitig verschweißt, weil es auch am Original in einem Stück ist. Es ist notwendig, weil es die Kippkräfte der Achse aufnimmt. Blau markiert dagegen ist der von uns eingesetzte Winkelstahl zur Verstärkung zwischen den Achsen. Dies wurde nur verschraubt. Im Original wäre es aus Holz gewesen. Wie schon vorher angemerkt, ist dies für die heutige Sicherheit bei Verwendung einer Scheibenbremsanlage zwingend notwendig.

hier jetzt gut zu erkennen, wie mittels zusätzlich verschraubtem Winkelstahl für die nötige Steifigkeit zur Aufnahme der Bremskraftverzögerung gesorgt werden wird. Was im Bild durch Schraubzwingen gesichert ist, wird später einmal mit durchgängigen Schraubverbindungen (Metall-Holz-Metall) gesichert. Im Original wäre dies lediglich eine einseitig verschraubte Holzverbindung zwischen dem vorderen und hinteren Stahlrahmen der Achsen. Natürlich könnte man dies jetzt auch verschweißen, womit dann aber wieder das historische Fahrgestell weiter zerstört würde. Nachwievor kann so der Wagen später immer noch wieder in einen Originalzustand zurückversetzt werden. Das Holz im Bild liegt nur provisorisch im Rahmen - es diente zu einer Übersicht, wie weit hier noch für die Ausrichtung angepaßt werden muß.

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